Geschichtliche Entwicklung


Die Anfänge der Orgel

  • Das Wort „Orgel“ stammt vom lateinischen „organum“/griechischen „organon“ ab und bezeichnete ursprünglich ein Hilfsmittel zur Arbeit, ein Handwerkzeug oder im Allgemeinen ein Musikinstrument, bezog sich jedoch in keinerlei Hinsicht speziell auf die Orgel.

 

  • Die Orgel ist eine Erfindung durch Ktesibios, eines Ingenieurs in Alexandria, im 3. Jh.v.Chr. Sein Musikinstrument wurde „hydraulis“ genannt, also „Wasserorgel“ und später im 1. Jh. v. Chr. von Heron von Alexandria in „Organon hydraulicon“ umbenannt.

Zu den Vorläufern der Orgel gehört die Panflöte. Die Windversorgung war eines der kniffligsten Probleme in der langen Geschichte der Orgel. Es musste ein komplexes Windsystem, das aus einer Pumpe, welche Luft schöpfte, und eines Reservoirs, das die Regelmäßigkeit von Luftfluss und Druck gewährleisteten konnte, geschaffen werden.

Die ursprünglichen römischen Modelle der „Hydraulis“ verfügten offenbar über drei Pfeifenreihen im Abstand einer Quinte und Oktave, die mittels Tasten und Registerschieber geschaltet wurden. Zudem war die Orgel mit zwei Pumpen ausgestattet, die über Rückschlagventile besaßen, und so für die Windzufuhr sorgten. Technisch gesehen war das System einfach und bequem konzipiert, da der Behälter keinen anderen Druckregler besaß als das Wasser. Allerdings variierte der Luftdruck je nach Füllung des Behälters, so dass es schnell zu Problemen bei der Handhabung kam.

 

  • Nach der Verbreitung in der hellenistischen und römischen Welt verschwand die Orgel im Abendland im Zuge der Völkerwanderung, lebte aber in der arabischen Welt und im Oströmischen Reich weiter.

 

  • Im Jahr 757 kam eine Orgel aus Byzanz als Geschenk Kaiser Konstantins V. (741-775n. Chr.) an Pippin den Jüngeren nach Frankreich.

 

  • Seit dem 8. Jh. verbreitete sich die Orgel in der ganzen Christenheit, in Kathedralen, Kirchen und Abteien. Ihren rein weltlichen Charakter verlor die Orgel jedoch erst im frühen Mittelalter.

 

Wichtige Orgeltypen

Im Mittelalter bis zur Renaissance

Das Positivist eine kleine Standorgel mit einem Manual, wenigen Pfeifen und meist ohne Pedal. In der Renaissance galt es als das Instrument des reichen Bürgertums. Im Chorraum diente es als Stütze des Gesangs und im Barock spielte man vor allem den Generalbaß darauf. Später wurde es im 18. Jh. durch das Cembalo und später durch das Klavier verdrängt.

Das Portativist eine kleine tragbare Orgel und fand vor allem als weltliches Instrument, meistens der fahrenden Spielleute, seinen Einsatz. Das 15 Jh. gilt als die Blütezeit. Nach der Renaissance wurde es allmählich aufgegeben.

Das Regalbezeichnet eine spezielle Form der Orgel. Hierbei handelt es sich um eine flache, tragbare Kleinstorgel mit Zungenpfeifen. Das Regal wurde aufgrund seiner rauen Stimme im Mittelalter bei königlichen Prunkfesten als Begleitinstrument eingesetzt.

Die Große Orgelverfügt über einen größeren und vielfältigen Klangreichtum. Sie wurde oftmals umgebaut und erweitert, um den Gesang der Gläubigen führen und mit dem Chor alternieren oder gar diesen ersetzen zu können. Somit stieg die Zahl der Register an und die Windladen wurden mit den Pfeifen übereinandergestellt, um die gesuchten klanglichen Wirkungen zu erreichen.

 

Im Barock – in Deutschland unterscheidet man drei Typen:

Die frühbarocke Prätorius-Orgel

Die hochbarocke Schnitger-Orgel

Die spätbarocke Silbermann-Orgel