Kuriosit


Kurioses, Skurriles, Wissenswertes, Informatives…

Der Orgelbau beherbergt einerseits eine Vielfalt, aber auch so einige Skurrilität.

Die ältesten Orgeln der Welt

Da die Orgeln im Laufe der Zeit oftmals Umgebaut wurden, um den musikalischen Ansprüchen gerecht zu werden, ist es nicht immer möglich den genauen Anteil und Wert des Originalmaterials oder den genauen Zeitpunkt zu bestimmen, wann sie hergestellt wurden, da nicht alle Umbauten dokumentiert wurden. Allgemein gilt die Orgel in der Kirche Notre Dame de Valère in Sion (Sitten, Schweiz) als die älteste spielbare Orgel der Welt. Ihre ältesten Teile stammen aus dem Jahr 1435. Neben einem Großteil des Gehäuses, sind noch ca. 180 Pfeifen aus der Zeit der Gotik erhalten.

Akustisch älter könnte man die Orgel in Ostönnen, St. Andreas (Westfalen) bezeichnen, deren Windladen und Pfeifenwerk auf 1425 bis 1430 datieren und zudem auch noch die Hälfte der Originalpfeifen aus dieser Zeit erhalten sind.

Ein weiterer einmaliger Schatz, ruht in der Kirche in Rysum westlich von Emden. Die historische Orgel stammt aus dem Jahr 1457.

 

Die Orgel im LKW

Die Firma Hoffmann aus Ostheim in der Rhön baute 1998 eine Orgel in einen LKW ein. Damit die Orgel das Hin- und Herkutschieren unbeschadet übersteht, wurden eine spezielle Luftfederung und eine Niveauregulierung eingebaut. Zudem kann die Orgel dank einer elektrischen Traktur, beliebig im Umkreis aufgestellt werden.

 

Die größte Hausorgel der Welt

Mit 200 Ranks und 161 (echte!) Register mit insgesamt 11.200 Pfeifen, steht die Hausorgel in Birmingham (Amerika) in Barry Norris Residence. Gesteuert wird die Hausorgel von einem 5-manualigen Spieltisch. Zwar reicht die Akustik bei weitem nicht an die einer großen Kathedrale, dafür ist die Orgel aber größer als die meisten Domorgeln.

 

Die ungewöhnlichsten Materialien

Normalerweise werden Orgelpfeifen aus Holz oder aus einer Metall-Legierung hergestellt. Der Porzellan-Manufaktur Meissen gelang es vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit Jehmlich Orgelbau eine komplette Pfeifenreihe aus Porzellan herzustellen.

Ivan Larrea Belod (Novela), ein spanischer Orgelbauer, erschuf 2001 ein Orgelpositiv aus Marmor. Alle Pfeifen des einzigen Registers bestehen aus Marmor sowie das Gehäuse und die Tasten. Eine Ausnahme bilden Bälge und Teile der Spieltraktur.

Bei einer weiteren Orgel wurde der Versuch gestartet die Pfeifen aus Bambus herzustellen. Dem Erbauer, Fray Diego Cera gelang dies auch prompt (1821). Der Augustinermönch legte die Bambusrohre monatelang in Meerwasser ein, um sie auf diese Weise beständig zu machen, bevor er sie weiterverarbeitete. Abgesehen von den Horizontaltrompeten wurden alle Pfeifen der Orgel aus Bambusholz angefertigt.

Schwerste Pfeifen der Welt

Leider verfügt man nicht über sehr viele Informationen bezüglich des Gewichtes der einzelnen Pfeifen. Dennoch kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Diaphone-Dulzian 64‘ (USA, Atlantic City, Convention Hall) mit einem Gewicht von 1.675 kg die schwerste ihrer Klasse ist, gefolgt von der Contra-Trombone 64‘ (AUS, Sydney, Town Hall), deren genaues Gewicht allerdings unbekannt ist. Ein beachtliches Gewicht von 1.117 kg verfügen zudem die Open Wood 32‘ (GB, Liverpool, Anglican Cathedra) und die Diapason 32‘ (USA, Atlantic City, Convention Hall) mit 1.100 kg.